Grabenlos unter dem Knoten Alpenblick hindurch
Wärmeverbund Ennetsee

Mitten in der Nacht, wenn der Knoten Alpenblick zur Ruhe kommt, beginnt eine Arbeit, die kaum jemand wahrnimmt. Unter einem der meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkte des Kantons Zug entstehen zwei Fernwärmeleitungen, grabenlose und ohne den Alltag zu stören.
Der Wärmeverbund Ennetsee ist eines der grössten Energieprojekte der Region: WWZ plant und realisiert ein rund 43 km langes Fernwärmenetz, das die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Renergia in Perlen (LU) in die Gemeinden westlich des Zugersees bringt. Im Endausbau werden damit die Gebiete Rotkreuz, Bösch, Hünenberg-See, Cham, Städtler Allmend und Steinhausen mit nachhaltiger Wärme versorgt und dabei jährlich rund 15 000 Tonnen CO₂ eingespart. Das Netz entsteht in mehreren Abschnitten.
F. Preisig verantwortet gemeinsam mit der Go Bau AG den Abschnitt durch Cham, dessen anspruchsvollster Teil bereits abgeschlossen ist.
Im Zentrum dieses Abschnitts liegt der Knoten Alpenblick in Cham, einer der meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkte im Kanton Zug. Täglich rollen hier Tausende von Fahrzeugen über die Kreuzung. Und genau diesen Knotenpunkt galt es mit dem Fernwärmenetz zu überwinden, sodass die Transportleitung weiter in Richtung Steinhausen geführt werden konnte.
Eine Fernwärmeleitung im offenen Grabenbau unter einer stark befahrenen Kreuzung zu realisieren, war aus bautechnischer Sicht nicht möglich. Deshalb kam ein grabenloses Bauverfahren zum Einsatz, das es ermöglichte, die Kreuzung bis auf eine kurze Phase in der Nacht für den Verkehr offenzuhalten, ohne den Strassenkörper aufzureissen.
Die Antwort liefert die horizontale Spülbohrung. Bei diesem Verfahren wird eine Bohrsonde gesteuert durch den Untergrund geführt, ohne dass die Oberfläche geöffnet werden muss. Anschliessend werden die Rohre eingezogen.
Doch der Untergrund unter dem Knoten Alpenblick stellte hohe Anforderungen. Die anspruchsvolle Geologie und das Grundwasser verlangten präzise Voruntersuchungen und erfahrene Fachleute.

Präzisionsarbeit
in der Nacht
Die Rohreinzüge für die Hüllrohre fanden in zwei Nächten statt. Für den Transport der Leitungen über den Knoten wurde die Kreuzung kurzzeitig vollständig gesperrt. Zwei Leitungsabschnitte von je 130 m wurden Schritt für Schritt durch den Bohrkanal eingezogen und jeder Meter laufend überwacht. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Kreuzung jeweils wieder ordnungsgemäss für den Verkehr freigegeben. In zwei weiteren Nachteinsätzen wurden anschliessend die Fernwärmerohre in die Hüllrohre eingezogen.
Das gelang dank dem Zusammenspiel aller Beteiligten. F. Preisig AG, Go Bau AG, Hodel SHLK AG, Schenk AG und Landis Bau AG brachten ihre jeweilige Fachkompetenz ein und sorgten gemeinsam für eine erfolgreiche Umsetzung.

Verborgene Infrastruktur mit Wirkung
Mit dem Abschluss der Bohrung ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die verlegten Leitungen bilden einen zentralen Teil des Versorgungsnetzes, das die Gemeinden am Westufer des Zugersees langfristig mit nachhaltiger Wärme versorgen wird.
Meter Bohrlänge wurden grabenfrei unter dem Knoten Alpenblick hindurchgeführt.
Kilometer misst das Fernwärmenetz des Wärmeverbunds Ennetsee im Endausbau.
Bis voraussichtlich Ende Juli 2026 werden die verbleibenden Arbeiten um den Knoten Alpenblick fertiggestellt. Dabei werden die Anschlussleitungen in offener Grabenbauweise sowie die unterirdischen Schachtbauwerke an Start- und Zielpunkt der Bohrung realisiert. Was unter dem Knoten Alpenblick begann, wächst Stück für Stück zu einem Netz zusammen, das die Region langfristig mit nachhaltiger Wärme versorgt.







