Ein Mehrfamilienhaus wird zukunftstauglich
Wohnbauprojekt Neudorfstrasse
Die Totalsanierung eines Wohngebäudes in Zürich-Oerlikon macht deutlich, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, innovative Bauweisen und sorgfältige Planung bestehender Wohnraum nachhaltig weiterentwickelt und zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann.
An der Neudorfstrasse in Zürich-Oerlikon wird ein Wohngebäude mit 37 Wohnungen totalsaniert und durch eine Aufstockung mit 4 Wohneinheiten erweitert. Die F. Preisig hat die Generalplanung übernommen und bringt neben der Gesamtprojektleitung weitere relevante Disziplinen direkt im Haus zusammen – von der Statik über den Tiefbau bis hin zu Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich Kanalisation. Für die Baloise als Bauherrin bedeutet dies eine integrierte Planung aus einer Hand, die Prozesse vereinfacht und den gesamten Ablauf effizient gestaltet.
Das Besondere an diesem Projekt sind die engen Platzverhältnisse im dicht bebauten Stadtgebiet. Bereits die Platzierung des Krans stellte unser Team vor grosse Herausforderungen. Er musste auf der Decke eines dreigeschossigen Parkhauses positioniert und sein Gewicht über alle Geschosse hinweg bis auf das Fundament abgestützt werden. Auch die Logistik erfordert sorgfältige Planung, da sämtliche Materialien «Just in Time» angeliefert werden müssen und auf der Baustelle kein Lagerplatz zur Verfügung steht.

Moderner Wohnkomfort innen und aussen
Bei diesem Projekt entsteht durch die Totalsanierung moderner Wohnraum, der heutigen Ansprüchen in jeder Hinsicht gerecht wird. Neben stilvoll erneuerten Küchen und Badezimmern werden sämtliche haustechnischen Anlagen vollständig ersetzt. Auch die elektrischen Installationen entsprechen den aktuellen Sicherheitsanforderungen und Wohnstandards. Hochwertige Parkettböden mit Trittschalldämmung sorgen für ein angenehmes Wohngefühl, während neue Fenster und eine effiziente Aussenwärmedämmung den Energieverbrauch spürbar senken.
Auch die Aussenbereiche erhalten ein neues Gesicht: Die Umgebung wird sorgfältig neugestaltet, der Spielplatz modernisiert. So entsteht ein zeitgemässes Wohnumfeld, das Bewohner:innen wie Besucher:innen gleichermassen willkommen heisst.

Bauen für morgen
Nachhaltigkeit prägt dieses Projekt von Beginn an. Zahlreiche Bauteile wurden sorgfältig demontiert und wiederverwendet – ein aktiver Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Die Erweiterung des Gebäudes folgt demselben Prinzip: Die Aufstockung erfolgt in vorfabrizierten Holzelementen, einer ökologischen Bauweise mit vielen Vorteilen. Holz als nachwachsender Rohstoff reduziert den CO₂-Fussabdruck, verkürzt die Bauzeit, minimiert Lärm- und Staubemissionen und schafft ein angenehmes Raumklima.
Gleichzeitig wird die energetische Erneuerung nach Minergie-Standard umgesetzt. Gebäudehülle und Haustechnik werden umfassend modernisiert, das Haus an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen. Besonders hervorzuheben ist die Regenwasserbewirtschaftung: Trotz enger Platzverhältnisse gelingt es, das gesamte Regenwasser auf dem Grundstück versickern zu lassen.
Sechs zuvor gewerblich genutzte Flächen werden in zeitgemässe Wohnungen umgewandelt – eine nachhaltige Transformation, die sich an den Wohnbedürfnissen von heute orientiert.
Mehr Raum ohne neue Flächen
Anstatt in die Breite zu wachsen, wächst das Gebäude in die Höhe: Durch die Aufstockung entstehen vier zusätzliche Wohnungen, ohne dass neue Flächen versiegelt werden. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verdichtung des städtischen Wohnraums.

Im Austausch mit allen Projektbeteiligten
Die Erneuerung bringt tiefgreifende Eingriffe mit sich – von der energetischen Sanierung über die Umnutzung bis zur Aufstockung. Ein Verbleib der Mietenden während der Bauzeit ist daher nicht zumutbar: Lärm, Staub, sicherheitsrelevante Arbeiten und der zeitweise Ausfall von Heizung, Wasser oder Strom machen das Wohnen im Bestand unmöglich.

«Für mich persönlich ist dieses Projekt besonders bereichernd.
Ich schätze die enge Teamarbeit und den intensiven fachlichen Austausch.»
Umso wichtiger ist eine frühzeitige und transparente Kommunikation. Bereits rund ein Jahr vor Baubeginn wurden alle Bewohner:innen umfassend informiert und erhielten individuelle Angebote für alternative Wohnlösungen.
Alles unter einem Dach
Das Projekt ist geprägt von komplexen Schnittstellen, insbesondere in den Bereichen Statik und Fachplanung. Hier zeigt sich die interdisziplinäre Stärke von F. Preisig: Hochbau, Tiefbau, Verkehrsplanung, externe Fachplanungen und die Bauherrenbegleitung werden intern koordiniert. So lassen sich Reibungsverluste vermeiden und Lösungen effizient umsetzen.
Dank langjähriger Erfahrung mit anspruchsvollen innerstädtischen Projekten bewältigt das Team die Herausforderungen des engen urbanen Raums souverän und setzt das Projekt effizient um.
Projektteam

Heike Anies
Jang Mergen

Karin Peer
Karin Theodoracatos-Altwegg

Konstantinos Mykoniou
Loris Foelix

Lukas Frei

Marc Stettler

Markus Schneider

Michael Gräfensteiner

Sara Handel

Serafin Stofer

Theodoros Patsios













