Monate der Vorbereitung werden in wenigen Stunden sichtbar
Einhub der Fussgängerbrücke im Hardwald
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Abend miterleben
Ein Montagabend im Hardwald. Die Schaffhauserstrasse liegt still, der Verkehr ist gesperrt. In dieser Nacht wird eine 25 Tonnen schwere Holzbrücke eingehoben.
Es ist Montagabend, die Dämmerung hat bereits eingesetzt. Die letzten Fahrzeuge rollen durch den Hardwald, bevor die Schaffhauserstrasse für den Verkehr gesperrt wird. Danach ist es still. Nur das Summen der Generatoren für die Baustellenscheinwerfer ist zu hören, dazu einzelne Stimmen im Funk. Die Stimmung ist konzentriert. Die Abläufe sind eingespielt.
Die Fussgängerbrücke mit einer Spannweite von 25 Metern ist Teil des 4-Spur-Ausbaus der Schaffhauserstrasse im Hardwald. Sie verbindet die Fusswege beidseitig der Strasse. Das Tragwerk besteht aus zwei Holzbindern mit eingehängten Stahlrahmen. Diese Kombination aus Holz und Stahl wurde bewusst gewählt, um eine dauerhafte Witterungsbeständigkeit zu gewährleisten.
Der Kran rollt an
Mit orangefarbenen Drehlichtern rollt der Pneukran auf die gesperrte Strasse. Er wird zentimetergenau in Position gebracht. Die Stützarme fahren aus, Stahlplatten verteilen die Last auf dem Boden, der Ausleger richtet sich auf.
F. Preisig hat die Fussgängerbrücke von der Planung bis zur Ausführung begleitet: Die Statik wurde berechnet, sämtliche Ausführungspläne erarbeitet und die Ausschreibung vorbereitet und begleitet. Auf dieser Grundlage fertigten der Holzbauer und der Stahlbauer die einzelnen Teile, die anschliessend direkt neben der Einbaustelle endmontiert wurden.
Die Brücke hebt ab
Nun beginnt der entscheidende Schritt. Die Seile werden befestigt, der Kran hebt die rund 25 Tonnen schwere Brücke langsam an, dreht sie um 90 Grad und schwenkt sie über die Widerlager. Alle Blicke sind nach oben gerichtet. Dann senkt sich die Brücke, Zentimeter für Zentimeter, auf die vorgesehenen Lager.
Noch wenige Tage vor dem Einhub wurden die Koordinaten der Widerlagerwände nochmals aufgenommen und mit den Massen der Brücke abgestimmt. Eine gewisse Restanspannung blieb. Der Ausbau der Schaffhauserstrasse wurde unter laufendem Verkehr realisiert. Zuerst entstand eine neue Fahrbahnhälfte, der Verkehr wurde umgeleitet, dann folgte die andere Seite. Diese Bauweise betraf den Grossteil der Kunstbauten entlang der Strecke. So wurden auch die Widerlager der Fussgängerbrücke, die Betonwände auf denen die Brücke aufliegt, nacheinander gebaut. Zwischen der Fertigstellung der beiden Widerlager lag rund ein Jahr.
Nach wenigen Stunden sitzt die Brücke an ihrer vorgesehenen Position und die Schaffhauserstrasse wird wieder für den Verkehr freigegeben. Mit dem Einhub der Fussgängerbrücke ist ein weiterer Schritt in Richtung Fertigstellung des 4-Spur-Ausbaus der Schaffhauserstrasse im Hardwald getan.


















